Qualcomm hat das „Qualcomm 212 LTE IoT“ vorgestellt, ein energiesparendes NB-IoT-Modem, das nach Angaben des Unternehmens 1 µA verbraucht. Der Chip ist für batteriebetriebene IoT-Geräte konzipiert und zielt auf Anwendungsfälle im Bereich der Konnektivität in Innenräumen ab.
Laut Qualcomm unterstützt das Modem eine breite Palette an Batterien und Zellen und kann mit einer Versorgungsspannung von mindestens 2,2 Volt bis maximal 4,5 Volt betrieben werden. Das Unternehmen gibt außerdem an, dass das 212 LTE IoT gängige Internetprotokolle wie HTTP, HTTPS, IPv4, IPv6, MQTT, OMA, TLS, FTP, TCP und Lightweight M2M unterstützt.
Das Modem umfasst LTE-Standards zur Standortbestimmung sowie integrierte Sicherheitsfunktionen wie eine Crypto Engine, einen geschützten Boot-Vorgang und die Bereitstellung von Verschlüsselungsschlüsseln. Laut Qualcomm lässt sich das 212 LTE IoT an gängige Mikrocontroller-Busse anschließen, funktioniert ausschließlich mit FreeRTOS und wird mit einem SDK sowie einem vorintegrierten Angebot von Microsoft für den Zugriff auf Azure IoT ausgeliefert.
Die Batterielaufzeit in Innenräumen steht im Fokus
Vieri Vanghi, Vice President of Product Management bei Qualcomm Europe, erklärte, das Modem könne eine neue Generation von IoT-Anwendungen unterstützen, insbesondere solche, die Konnektivität in Innenräumen und eine Akkulaufzeit von 15 Jahren oder mehr erfordern.
Diese Positionierung richtet das Produkt weniger auf generisches Mobilfunk-IoT aus, sondern vielmehr auf langlebige Einsatzszenarien, bei denen das Strombudget und die Abdeckung in Innenräumen die Hauptbeschränkungen darstellen. Qualcomm signalisiert damit, dass der Chip in Geräten zum Einsatz kommen soll, die über Jahre hinweg im Betrieb bleiben – und nicht nur über Monate.
Sicherheit, Software und Cloud-Anbindung
Das 212 LTE IoT ist nicht nur eine Funkkomponente. Qualcomm hat Sicherheitsprimitive, Unterstützung für Mikrocontroller-Busse und ausschließliche Kompatibilität mit FreeRTOS integriert und anschließend ein eigenes SDK sowie einen von Microsoft entwickelten Anbindungsweg zu Azure IoT hinzugefügt.
Für IoT-Teams in Unternehmen bedeutet dies, dass das Modem als eine zwar eingeschränktere, aber stärker integrierte Option angeboten wird als ein reines Konnektivitätsmodul. Der Kompromiss liegt auf der Hand: Qualcomm setzt auf einen kontrollierten Software-Stack rund um den Chip und nicht auf ein neutrales Modem, das in jede Umgebung passt.
Was dies für Hersteller von IoT-Geräten bedeutet
Gerätehersteller, die Endgeräte für den Innenbereich mit begrenzter Akkulaufzeit entwickeln, werden den angegebenen Stromverbrauch von 1 µA anhand ihrer eigenen Leistungsbudgets und Ziele für die Akkulaufzeit überprüfen. Der Versorgungsspannungsbereich und die Protokollunterstützung erweitern die Palette der in Frage kommenden Designs.
Allerdings schränken die Beschränkung auf FreeRTOS und das an Microsoft gebundene Azure-IoT-Angebot den Implementierungsweg ein. Diese Kombination wird einige OEMs ansprechen, andere hingegen abschrecken.