5G Standalone kann die Latenz im Vergleich zu 5G non-standalone-Netzen um 23% senken, und IFS‘ Markus Persson sagt, Telcos müssten ihre digitale Infrastruktur auf ein edge-native, AI-infused-Modell umstellen.
Es geht dabei nicht nur um eine sauberere Architektur. Aus Perssons Sicht kann 5G Standalone latenzarme, zuverlässige Dienste unterstützen und neue Industriemärkte für Telekom-Anbieter erschließen.
Network Slicing und Control Loops
5G Standalone ermöglicht Network Slicing und latenzarme Control Loops. Anders als 5G non-standalone, das näher an 4G und 3G liegt, ist es eine vollständig eigenständige Netzarchitektur. Zudem nutzt es cloud-native Switching- und Routing-Infrastruktur, die auf Hyperscale-Hardware läuft.
Persson sagt, diese Kombination ermögliche es Telcos, die Netzleistung nahezu an jedem Standort zuzuspitzen. Dasselbe Modell unterstütze auch latenzarme Control Loops, ohne dass Betreiber die NSA-Architektur weiter mitziehen müssten.
Große Events und schnellere Bereitstellung
5G Standalone soll sich bei großen Veranstaltungen wie Sportereignissen oder Konzerten besonders gut eignen, wo Betreiber traditionell mindestens ein Jahr im Voraus mit dem Aufbau der Netzinfrastruktur beginnen. Ein Hyperscale-Modul kann am Rand eines Events platziert werden, sodass Betreiber cloud-native Switching-, Routing-Funktionen und digitale Infrastruktur innerhalb von Stunden installieren können.
Damit verschiebt sich der Blick auf Event-Netze: Es geht weniger um temporäre Abdeckung als darum, wie schnell Telcos Edge-Infrastruktur hochfahren können, wenn Latenz und Zuverlässigkeit zählen.
Einordnung für Event-Netze und Industrieausschreibungen
Der Einsatz bei Events ist hier der klarste kommerzielle Hebel: Betreiber, die cloud-native Infrastruktur in Stunden statt mit einem Jahr Vorlauf bereitstellen können, haben ein anderes Betriebsmodell zu verkaufen. Gleiches gilt für industrielle Kunden, die latenzarme Servicegarantien und Network Slicing wollen statt eines klassischen Mobilfunk-Overlays.