Cisco-Manager Bob Everson sagte am 30. Juli vor dem Unterausschuss des US-Senats für Telekommunikation und Medien aus, wie KI die Netze verändert. Die Anhörung trug den Titel „Intelligent Networks: Powering Artificial Intelligence and Transforming Communications“.
Senator Deb Fischer sagte, der Ausschuss werde prüfen, wie die breite Nutzung von KI die Netze zu mehr Kapazität und komplexeren Designs zwinge.
Was Cisco zu den Verkehrszahlen sagt
Everson sagte, Cisco habe innerhalb von acht Monaten einen vierfachen Anstieg des KI-Inferenzverkehrs gemessen. Cisco erklärte zudem, ein KI-Agent habe 450% mehr Traffic erzeugt als ein Mensch bei derselben Aufgabe, und rund 70% des zusätzlichen Traffics seien auf Inferenz zurückzuführen.
Diese Zahlen bilden den Kern von Ciscos Argumentation: KI erhöht nicht nur die Last, sie verändert auch deren Struktur. Die Aussage von Cisco weist auf stärker uplink-lastigen Traffic, länger laufende Sitzungen und mehr Druck auf Netze hin, die auf Content-Auslieferung in Downstream-Richtung ausgelegt waren.
Campus- und Branch-Netze spüren den Druck bereits
Everson sagte, Kunden in Campus- und Branch-Netzen meldeten in den vergangenen 12 Monaten ein Plus von 34% beim KI-bezogenen Traffic und erwarteten für das kommende Jahr ein Plus von 96%. Zudem berichteten 50% der Unternehmenskunden, dass sich die KI-Nachfrage auf ihre Wi-Fi-Netze konzentriere.
Gleichzeitig sehen sich 73% der Organisationen bereits mit Kapazitätsgrenzen in Campus- und Branch-Netzen konfrontiert oder rechnen innerhalb der nächsten 24 Monate damit. Für Betreiber und Enterprise-Netzwerkteams ist das ein Hinweis darauf, dass sich die KI-Last zuerst dort zeigt, wo drahtloser Zugang und Branch-Design auf Nachfragespitzen treffen.
Cisco verknüpft die Botschaft mit 5G-Advanced und 6G
Everson sagte, Cisco investiere in mehreren Bereichen des AI-native Networking und arbeite auf 6G hin, während heute neue Funktionen für 5G-Advanced bereitgestellt würden. Er sagte außerdem, AI-WIN sei eine Zusammenarbeit von Cisco, NVIDIA, MITRE, Orion Development Company, Booz Allen und T-Mobile mit dem Fokus auf sichere AI-native Netzwerke von 5G-Advanced bis 6G.
Everson forderte den Kongress auf, Rechenleistung, Kernnetz und Anwendungen als Bereiche in den Blick zu nehmen, in denen die Vereinigten Staaten strategisch führend seien. Damit bleibt es nicht bei einer Warnung vor mehr Netzkapazität; Cisco nutzt die Anhörung auch, um zu rahmen, wohin sich die politische Aufmerksamkeit aus seiner Sicht richten soll.
Was das für Netzplaner bedeutet
Für Planer in Unternehmen und bei Dienstleistern lautet die unmittelbare Botschaft, dass Cisco AI-Trafficswachstum, Wi-Fi-Konzentration und Campus-Kapazitätsgrenzen in dieselbe politische Debatte einbringt. Das Unternehmen verknüpft diese Last zudem mit seiner eigenen Roadmap für 5G-Advanced und 6G. Damit ist der Auftritt im Senat mehr als ein einmaliger Termin.
Das ist relevant, weil Cisco mit der Aussage öffentlich einen Anker für Diskussionen über Netzmodernisierung schaffen kann, bei dem die KI-Nachfrage im Mittelpunkt steht und nicht ein generischer Erneuerungszyklus.